Pferdebox kaufen in der Schweiz: Innenbox oder Aussenbox, Linien und Masse im Überblick

Ob Umbau eines bestehenden Stalls oder neue Aussenboxen am Paddock: dieser Ratgeber führt Sie durch die wichtigsten Entscheidungen, bevor Sie eine Offerte anfragen.

Moderne Pferdeboxen der Profi Linie in einem professionellen Reitstall mit natürlichem Licht
Profi Linie Innenboxen in einer professionellen Stallanlage – die richtige Lösung hängt von Ihrem Stallkonzept, den baulichen Gegebenheiten und dem täglichen Arbeitsablauf ab. (Katalogaufnahme Geert en Henk)

Kurzentscheid: was Sie vor der Anfrage klären sollten

  • Standort: vorhandenes Gebäude (Umbau, Erneuerung) oder Neubau bzw. freistehende Lösung im Freien?
  • Anzahl Pferde und Grösse: wie viele Boxen, welche Widerristhöhen, welche Rassen?
  • Nutzung: Privatstall, Pensionsstall, Reitschule, Zuchtbetrieb oder saisonale Turnierstallung?
  • Masse: verfügbare Länge, Tiefe und Deckenhöhe – auch tragende Balken, Stützen und Fenster?
  • Zubehör: Sattelkammer, Waschplatz, Tränken, Futtertröge, Solarium – heute oder in einer späteren Etappe?
  • Umsetzung: Selbstmontage, Teilmontage oder Komplettmontage durch uns bzw. unsere Montagepartner?
  • Budget: welche Grössenordnung ist realistisch, und wie stark soll gestaffelt werden?

1. Innenbox oder Aussenbox: die erste, grösste Entscheidung

  • Innenboxen werden in ein bestehendes oder neues Stallgebäude eingebaut. Sie bestehen aus Vorderwand, Trennwänden und Tür – Dach, Boden und Aussenwände liefert das Gebäude.
  • Aussenboxen sind freistehende, überdachte Einheiten mit eigener Dachkonstruktion. Sie stehen am Paddock, im Hof oder direkt an der Weide.
Vergleich zwischen Innenbox (links, für bestehende Gebäude) und Aussenbox (rechts, freistehend mit Dach)
Innenboxen (links) werden in bestehende Gebäude eingebaut – Aussenboxen (rechts) sind freistehende, überdachte Einheiten für Paddock oder Weide. (Katalogaufnahmen Geert en Henk, beide zeigen installierte Kontexte)
KriteriumInnenboxAussenbox
Bauliche Voraussetzungbestehendes oder neu erstelltes Stallgebäudeebener, tragfähiger Untergrund, ggf. Fundament
BestandteileVorderwand, Trennwand, Tür, optional Futterwand, Fensterkomplette Boxeinheit inkl. Dach, Rück- und Seitenwänden
Dachformenvom Gebäude vorgegebenPultdach, Satteldach oder Texas (Wellenplatten)
Erweiterungzusätzliche Trennwand und Vorderwand pro BoxAnbau-Modul pro zusätzliche Box
Typische NutzungReitanlage, Pensionsstall, Umbau ScheunePaddockbox, Weideanschluss, Aussenhaltung, mobile Box
Bewilligung Schweizabhängig vom Bau (Umnutzung, Umbau)abhängig von Projekt, Standort, Kanton, Gemeinde, Nutzungs- und Landzone
  • Innenbox, wenn Sie einen Stall haben oder bauen, in dem sich das Dach ohnehin über der Box befindet.
  • Aussenbox, wenn Sie einen zusätzlichen Standort brauchen, keinen geeigneten Innenraum haben oder mobil bleiben möchten.
  • Kombination, wenn eine Reitanlage tagsüber Aussenboxen am Paddock und nachts Innenboxen im Hauptstall bespielt.

2. Standard, Profi oder Excellent: eine Frage der Nutzung, nicht des Prestiges

Für Innenboxen führt der Katalog drei Linien. Alle drei sind seriös gebaute Pferdeboxen aus verzinktem Stahl mit Kunststoffbrettern; der Unterschied liegt in Profilstärke, Gitterdimension, Boxhöhe und Ausstattung. Keine der drei Linien ist «objektiv die beste» – jede hat ihr Einsatzfeld.

MerkmalStandard LinieProfi LinieExcellent Linie
Rahmenprofil40 × 40 mm50 × 50 mmU-Profil 50 × 50 mm, oben Rohr Ø 48 mm
Gitterabstand50 mm55 mm55 mm
GitterstärkeØ 22 mmØ 25 mmØ 27 mm
Standardhöhe2,20 m2,30 m2,30 m
Verzinkungkomplett verzinktkomplett verzinktVollbad feuerverzinkt
Türbreite (Beispiel Schiebetür)1,14 m1,30 m1,40 m
Typischer EinsatzPrivatstall, kleinere Pensionsbetriebe, budgetorientierte ProjektePensionsstall, Reitschule, ambitionierte PrivatställeRepräsentative Anlagen, Zuchtbetriebe, Turnierställe
  • Standard Linie: solide, langlebige Basis-Ausstattung – sinnvoll, wenn Budget im Vordergrund steht.
  • Profi Linie: der Allrounder – höhere Deckenhöhe, kräftigeres Profil und Gitter, breitere Türe.
  • Excellent Linie: höchste mechanische Reserve, Vollbad feuerverzinkt, sichtbarer Rohrabschluss oben.

3. Masse und Schweizer Anforderungen

Die Boxenmasse folgen der Widerristhöhe (Wh) des Pferdes: Die Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1) schreibt in Anhang 1 Tabelle 7 die Mindestwerte vor. Für ein Pferd mit 148–162 cm Widerristhöhe sind das mindestens 9 m² Bodenfläche und 2,3 m lichte Höhe in der Einzelbox. Zusätzlich muss die Boxenbreite mindestens dem 1,5-Fachen der Widerristhöhe entsprechen; eine gesonderte Mindesttiefe kennt die TSchV nicht. Die vollständige Tabelle für alle Grössenklassen, die Regeln für Stuten mit Fohlen und die Auslaufflächen behandelt unser separater Ratgeber.

4. Vorderwand, Trennwand, Tür, Material: die vielen kleinen Entscheidungen

  • Vorderwand: bestimmt die Optik zur Stallgasse – Schiebetür, Drehtür, Sicherheitsglas oder Sattelkammer-Wand.
  • Trennwand: «oben Gitter», «1 m zu», «2 × 1 m zu» oder «ganz zu», je nach gewünschtem Sichtkontakt.
  • Tür: 2-teilig, mit Sicherheitsglas oder Kunststoffbrettern, Schiebe- oder Drehsystem.
  • Füllung: Kunststoffbretter (32 mm) in Braun, Schwarz oder Grau – langlebig und leicht zu reinigen.
  • Verzinkung und Pulverbeschichtung: alle Linien verzinkt bzw. Vollbad feuerverzinkt (Excellent).
  • Zubehör an der Wand: Kontaktluken, Aufsatzgitter, Heuraufen und Tränken lassen sich integrieren.
Detailansicht einer Profi Trennwand mit verzinktem Stahlrahmen, Gitterstäben und Kunststoffbrettern
Profi Trennwand: verzinkter Stahlrahmen mit Gitterstäben und Kunststoffbrettern – robust, langlebig und pflegeleicht. (Detailansicht Geert en Henk, installierter Kontext)
BauteilStandardmaterialWarum
Rahmen / GitterStahl, verzinkt bzw. feuerverzinktlange Lebensdauer, Korrosionsschutz in feuchter Stallluft
FüllungKunststoffbretter 32 mmsplittersicher, hygienisch, mit Wasserschlauch reinigbar
Tür oben (optional)SicherheitsglasLicht in die Box, freie Sicht zur Gasse
Boden (bauseits)Beton mit Gummimatten oder Fallschutz-Estrichtrittsicher, wärmeisolierend, hygienisch

5. Was Sie für eine präzise Offerte bereitstellen

  1. Grundriss oder Skizze des bestehenden Stalls (oder Neubaus) – eine Handskizze mit Massen genügt.
  2. Anzahl Boxen und geplante Boxbreiten in Metern.
  3. Deckenhöhe und Angaben zu tragenden Balken, Stützen und Fenstern.
  4. Fotos vom Standort – innen und aussen.
  5. Nutzungskonzept: privat, Pension, Reitschule, Zuchtbetrieb, saisonale Nutzung.
  6. Wunschausstattung: Sattelkammer, Waschplatz, Tränken, Futtertröge, Solarium, Turnierboxen.
  7. Umsetzung: Selbstmontage, Teilmontage oder Komplettmontage durch uns bzw. unsere Montagepartner.
  8. Zeitrahmen: bis wann die Anlage betriebsbereit sein soll.
Vermessung eines Türrahmens mit Massband zur Planung der Boxeneinrichtung
Individuelle Planung: Jeder Stall ist anders – wir berücksichtigen bauliche Gegebenheiten, Anzahl Pferde, Arbeitsabläufe und Budget. (Illustrative Szene)

6. Was eine Pferdebox in der Schweiz kostet

  • Alle Preise auf der Website sind unverbindliche Richtwerte in Schweizer Franken.
  • Die endgültigen Kosten hängen von Abmessungen, Ausstattung, Materialwahl, Montageaufwand und örtlichen Gegebenheiten ab.
  • Dank Modulbauweise und industrieller Fertigung erhalten Sie ein gutes Verhältnis von Preis und Qualität.
  • Die konkrete Offerte wird nach Durchsicht Ihrer Angaben transparent aufgeschlüsselt nach Produkten, Ausführung, Montage und Transport erstellt.

7. So läuft Ihr Projekt in vier Schritten

SchrittWas passiertWas wir von Ihnen brauchen
1. Projekt besprechentelefonisch, per E-Mail oder über das FormularVorhaben in Stichworten, ggf. Fotos
2. Masse und Unterlagen sendenGrobplanung, Klärung der MachbarkeitSkizze, Masse oder Pläne
3. Offerte erhaltenVorschlag mit Produkten, Ausführung, RichtpreisRückfragen zur Ausstattung
4. Lieferung und MontageTermin nach Absprache, schweizweitZugang zum Standort, Absprache Bauseite

8. Schritt-für-Schritt-Empfehlung

  1. Innen oder Aussen entscheiden – ein Blick auf die bauliche Situation genügt meistens.
  2. Linie einschränken – Nutzung, Budget und Anforderungen bestimmen die Wahl.
  3. Grobe Masse und Anzahl zusammenstellen.
  4. Vorderwand-Modell vorwählen – Schiebetür bei enger Gasse, Drehtür mit Glas für wohnliche Optik.
  5. Zubehör-Liste grob skizzieren – Sattelkammer, Waschplatz, Tränken.
  6. Offerte anfragen – mit Fotos und Skizze.
  7. In Ruhe entscheiden – die Offerte ist unverbindlich.

Häufige Fragen

  • Ist eine «Pferdebox» dasselbe wie ein «Pferdeanhänger»?

    Nein. In diesem Ratgeber ist eine Pferdebox eine stationäre Box – Innen- oder Aussenbox für den Stall. Pferdeanhänger sind ein eigener Bereich im Sortiment und werden in diesem Artikel nicht behandelt.

  • Innenbox oder Aussenbox – wovon hängt die Wahl ab?

    Von der baulichen Situation. Ist ein Gebäude vorhanden, ist eine Innenbox meist die richtige Lösung. Fehlt ein Gebäude oder soll die Box am Paddock stehen oder mobil sein, kommt eine Aussenbox in Frage. Beide Varianten lassen sich kombinieren.

  • Was unterscheidet die drei Linien Standard, Profi und Excellent?

    Hauptsächlich Profilstärke, Gitterdimension, Boxhöhe und Ausstattung. Standard ist eine solide Basis-Ausstattung, Profi der Allrounder für Pensionsställe und Reitschulen, Excellent die repräsentative Linie mit maximaler mechanischer Reserve.

  • Welche Masse muss eine Pferdebox in der Schweiz haben?

    Die Mindestanforderungen sind in der Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1), Anhang 1 Tabelle 7, geregelt und richten sich nach der Widerristhöhe des Pferdes: zum Beispiel mindestens 9 m² Bodenfläche und 2,3 m lichte Höhe für ein Pferd mit 148–162 cm Widerristhöhe, mindestens 10,5 m² und 2,5 m für grössere Pferde. Die Boxenbreite muss mindestens dem 1,5-Fachen der Widerristhöhe entsprechen.

  • Wie lange dauert es von der Anfrage bis zur montierten Box?

    Das hängt von Projektgrösse, Produktverfügbarkeit, Montageaufwand und Ihrem Zeitplan ab. Die Bearbeitungszeit für die Offerte wird bei der Anfrage mitgeteilt.

Quellen und Verifikation